Interviewreihe mit Mitgliedern und Freunden der

NEUKIRCHEN-VLÜ-KA-GE

 

Interview mit Angelika Siegel

- Hofsängerin der Neukirchen-VLÜ-KA-GE

 

 

1) Angelika, Du bist Ehrenmitglied der Neukirchen-VLÜ-KA-GE, wie lange bist Du im Verein? Wann wurdest Du zum Ehrenmitglied ernannt? Warum wird man Ehrenmitglied?

 

Ich bin seit 51 Jahren Mitglied der VLÜ KA GE, hatte schon 11-22-33-44-jähriges Jubiläum und bin seit 1984, also 37 Jahre, Ehrenmitglied. Ich war lange Zeit mit meinem Papa, Heinz Hoffmann, in der Jugendarbeit tätig: Wir haben die Kindergarden trainiert, Kostüme genäht - mein Vater fuhr samstags zum Markt, kaufte die Stoffe ein und wir haben dann mit fleißigen Helfern die Kostüme fertiggestellt - teilweise Petticoats aus Gardinenstoff, weil das Budget klein war. Wir hatten viel Spaß mit den Kindern und Jugendlichen. Meine Eltern haben sich oft auch um Fahrdienste gekümmert, sodass die Kinder pünktlich mit uns auf Tour gehen konnten.

 

 

2) Du warst mit Deinem Vater auch Prinzenpaar des Kulturausschusses 1980/81? Was ist der Unterschied zum Stadtprinzenpaar?

 

Ja, das war eine verrückte Zeit, zunächst: die VLÜ KA GE war früher noch Mitglied im Kulturausschuss Grafschafter Karneval und da waren wir das Prinzenpaar für alle Vereine. Wir sind im Nelkensamstagzug in Moers und im Rosenmontagszug in Neukirchen-Vluyn mitgefahren, haben viele Vereine besucht, manchmal hatten wir 6 Auftritte am Tag. Meine Mutter wollte nicht Prinzessin werden, so wurde es ein Vater-Tochter Paar, aber meine Mutter Marianne hat bei den Fahrten zu den Auftritten für unser leibliches Wohl gesorgt: Frikos, Brötchen, Schnitzel, Sekt… sie hat uns verwöhnt. Ich war übrigens die erste singende Prinzessin…

 

 

3) Ja da sind wir bei der Sängerin, erzähl, seit wann singst Du, wie kam es dazu…

 

Jupp Landmesser, der übrigens später alle meine Lieder komponiert hat und mich auch live auf der Orgel begleitet hat, hatte ein Lied geschrieben und Papa -wie er so war- hat es wieder gemanagt und gesagt: lass doch mal die Angelika singen … mein erstes Lied: „Es gibt keine Männer, die so treu sind wie Gold“ …, habe ich bei Hackstein gesungen und die Leute riefen: „Zugabe, Zugabe“ und so war die Sängerin Angelika geboren: Jupp komponierte, spielte die Orgel und ich habe gesungen - seit meinem 16. Lebensjahr … bis heute und darauf bin ich auch ein bisschen stolz. Ich hatte auch Auftritte beim WDR, bin für eine Agentur unterwegs gewesen, habe in Köln im Willy-Ostermann-Saal gesungen und damit auch ein bisschen Geld verdient.

 

 

4) Bekommst Du für Deine Auftritte bei der VLÜ KA GE und anderen Vereinen auch eine Gage?

 

NEIN, das ist alles ehrenamtlich und das mache ich auch sehr gerne.

 

 

5) Das Lied“ Neukirchen-Vluyn“ (die Hymne von Neukirchen-Vluyn) ist ja in aller Munde und auch kein reines Karnevalslied, hast Du es schon mal für die Stadt oder auf städtischen Veranstaltungen gesungen?

 

Nein, so offiziell noch nicht, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden ……

 

 

6) Ok, gehörst Du einer Gruppierung im Verein an oder beteiligst Du Dich an irgendwelchen Aktivitäten?

 

Nein, ich bin in keiner Gruppierung, aber ich moderiere seit 4 Jahren mit Jörg (Präsident) die Damensitzung in Form eines Zwiegespräches, das macht viel Freude.

 

 

7) Deine Familie, Dein Mann Wolfgang und Deine beiden Töchter Sabrina und Swenja?

 

Mein Mann Wolfgang hat mich früher zu den Auftritten begleitet, ansonsten war er nicht so ein Karnevals Jeck wie ich. Meine Töchter haben von klein auf getanzt und waren Kinderprinzessinnen. Sabrina mit Daniel Stoffel und Swenja mit Tillmann Höfer. Wir haben außerdem oft gemeinsam und eine lange Zeit die Kindersitzungen gestaltet und durchgeführt. Meine Kinder sind heute nicht mehr im Verein, freuen sich aber, dass ihre Mutter ein Hobby hat, das ihr seit Jahren so viel Freude bereitet.

 

 

8) Ja Angelika, jetzt hast Du uns schon so viel berichtet, und wir wissen, dass Du auch viele Ehrungen erhalten hast…

 

Ja ich habe den BDK Orden in Silber und Gold und den Verdienstorden der Neukirchen-VLÜ-KA-GE und ich freue mich auf mein 55-jähriges Vereinsjubiläum.

 

 

9) Liebe Angelika, danke für das Gespräch, bleib gesund, bleib der VLÜ KA GE treu, dann feiern wir Dein 55-jähriges Jubiläum alle gemeinsam.

 

Das Gespräch führten Angelika Siegel und Birgit Hirschel (Pressesprecherin)

 

 

Interview mit Bernhard Uppenkamp Sprecher der Senatoren

 

1) Wer gehört zum Senatorenkreis der Neukirchen-VLÜ-KA-GE? Wie ist es grundsätzlich?

 

Heiner Schröder, Jörg Thiem, Gerald Pia, Walter Paisler, Peter Schellen, Dirk Mensel, Christian Woldenga und ich, Bernhard Uppenkamp, mit 30 Jahren Zugehörigkeit als Dienstältester Senator fungiere ich seit dem Frühjahr als Senatorensprecher.

Das Jahr 2020 war auch für unsere Gemeinschaft nicht gut. Die Corona Pandemie hat auch unsere Gemeinschaft belastet – wir konnten nicht viel unternehmen und vor allem keine Karnevalsveranstaltungen mit der Bevölkerung erleben. Zudem haben wir leider Senatoren in diesem Jahr verloren, u.a. mit Udo Heimberg und Peter Bongardt zwei aktive langjährige Senatoren, die sich sehr um die VLÜ-KA-GE verdient gemacht haben. Udo Heimberg war langjähriger Ehrenvorsitzender des Vereins.

 

 

2) Wie werden Senatoren bestimmt oder gewählt?

 

Die Senatoren werden aus dem Senatorenkreis angesprochen und dann von den Senatoren nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. Sie müssen Mitglied der VLÜ-KA-GE sein, über karnevalistischen Humor verfügen und heimatverbunden sein.

 

 

3) Die Senatoren sind eine Gruppierung im Verein. Was tun sie speziell für den Verein?

 

„mitdenken – mitmachen & mitlenken“ … und natürlich gibt es aus unserem Gremium auch ideelle & finanzielle Unterstützung. Seit Jahrzehnten übernehmen wir auch Sonderaufgaben zum Wohle der Karnevalsgesellschaft. Muss man als Senator viel Geld mitbringen? Nein, wir erheben einen moderaten finanziellen Beitrag, der für alle auch zukünftigen Mitglieder erschwinglich ist.

 

 

4) Sind die Senatoren auch im Vorstand vertreten? Werden Sie dahin gewählt?

 

Ja aus dem Senatorenkreis werden zwei Vertreter in den geschäftsführenden Vorstand gewählt, die dort auch Stimmrecht haben.

 

 

5) Gibt es auch die Gruppierung der Senatorendamen?

 

Ja das ist die eigenständige Gruppe der „Damen der Senatoren“, Ehefrauen und Lebenspartnerinnen, wenn sie selber dem Kreis angehören möchten. Da besteht kein Zwang, die meisten sind natürlich dabei. Die Damen haben auch eine Sprecherin, machen Ausflüge und sind beim Rosenmontagszug mit einem eigenen Wagen vertreten, beim Bau helfen natürlich die Herren Was ist, wenn ein Senator verstirbt? Bleiben die Damen im Kreis der Damen der Senatoren? Natürlich.

 

 

6) Wie wird man Ehrensenator?

 

Der Ehrensenator wird aufgrund besonderer Verdienste vom Senatorenkreis bestimmt. z.Zt. ist Eberhard Bruschat Ehrensenator der Gesellschaft.

 

 

7) Gibt es in der VLÜ – KA -GE auch Senatorinnen?

 

Nein NOCH nicht, aber wir planen eine Veränderung der bisherigen ‚Senatorengemeinschaft‘ in einen „Senat“ und dem sollen unbedingt auch Damen angehören. Auch wir wollen mit der Zeit gehen und uns gleichzeitig auch ein wenig verjüngen.

 

 

8) Wie erfolgt so eine Ernennung? Damen wie Herren?

 

Das erfolgt bei einer Veranstaltung meist bei unserem Neujahrsempfang: Die neuen Senatoren erhalten dann die Senatorenkappe, den Senatorenorden, das Einstecktuch sowie eine Urkunde und tragen natürlich ein weißes Dinner-Jacket.

 

 

9) Hätte die VLÜ- KA-GE in dieser abgesagten ‚Coronasession‘ Senatoren ernannt?

 

Ja drei Herren waren gewählt und vorgesehen Claus Palm, Frank Flatten und Kevin Dreier – Kevin ist dann bei uns der Jüngste im Bunde.

 

 

10) Bleiben die Herren dann in Lauerstellung für die nächste Session?

 

Ja sicherlich. Unsere Warte- und Wunschliste existiert und ist auch offen für ‚Neue‘ – allerdings wollen wir keine inflationäre Entwicklung. Wir suchen Menschen die mit Herz und Hand für die Gesellschaft und den Karneval mit Freude am Spaß aktiv sein wollen.

 

 

11) Bernhard, Du hast das Amt ja von Udo Heimberg übernommen, gibt es weitere neue Pläne und Ideen?

 

JEIN/JA –zunächst wollen wir bewährte Traditionen erhalten, aber uns auch weiter entwickeln;

… wie schon gesagt …wir möchten ein ‚Senat‘ werden und ggf. auch Senatorinnen ernennen;

… wir diskutieren mit dem geschäftsführenden Vorstand eine „besondere Auszeichnung“ für karnevals-affine Mitmenschen, Menschen die dem Verein verbunden sind und auch Freude haben uns hier und da zu unterstützen;

… wir wollen uns im Senat regelmäßig alle 2 Monate treffen und einmal im Jahr will sich der aktive Senatorenkreis mit allen ehemaligen Senatoren, Freunden und Freundinnen zu einem geselligen Beisammensein treffen. Das haben wir im letzten Oktober schon in unserem neuen, alten Standquartier ViVA gemacht. Wir haben uns bei leckerem Essen zu einem Herbstfest getroffen. Das war sehr nett und ein schöner Anfang.

 

 

Danke schön für das Gespräch und den Senatoren alles Gute für viele neue Ideen.

Das Gespräch führten Bernhard Uppenkamp – Senatorensprecher – und Birgit Hirschel - Pressesprecherin

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